Wilhelm Grimms Gedenkbuch

Fragen, Diskussionen und Informationssammlungen
zu den Biographien der Brüder Grimm, ihrer
Verwandten und Freunde - Briefe, Tagebücher usw.

Wilhelm Grimms Gedenkbuch

Beitragvon Holger Ehrhardt » Dienstag, 24. Januar 2006, 19:35

Prof. Klaus Düwel aus Göttingen bat mich, folgende Anfrage in das Forum zu stellen:

Im dritten Band von "Achim von Arnim und die ihm nahestanden" (Achim v. Arnim und Jacob und Wilhelm Grimm. Stuttgart: Cotta, 1904) beruft sich der Herausgeber Reinhold Steig auf S. 484ff. bei der Datierung von Ereignissen mehrfach auf ein "Gedenkbuch" Wilhelm Grimms. Auf S. 488 datiert er beispielsweise die Absendung des Manuskripts von Wilhelm Grimms Runenbuch und die Rücksendung des Verlegers Dieterich im Jahr 1821 mit folgendem überleitendem Text: "Beide Daten nach den Einzeichnungen in das Gedenkbuch."

In den Nachlassverzeichnissen finde ich weder ein solches Gedenkbuch, noch ein Tagebuch aus den fraglichen Jahren. Was meint Steig?
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Nachweis: Berliner Grimm-Nachlaß

Beitragvon Berthold Friemel » Samstag, 28. Januar 2006, 21:00

Es handelt sich um Tagebuchaufzeichnungen Wilhelm Grimms aus den Jahren 1820-22, die sich im Grimm-Nachlaßbestand der Berliner Staatsbibliothek unter der Signatur Nachl. Grimm o. Nr. B 1 befinden. Wilhelm Grimm spricht eingangs selbst von "Buch": "Am 5ten Julius 1820 Morgens halb 9 Uhr habe ich dieses Buch gemacht und angefangen". Soweit ich mich erinnere, ist es jetzt aber nur ein Konvolut loser Blätter. Wie ich an den in unserer Arbeitsstelle befindlichen Kopien sehe, bricht es offenbar nach 29 Seiten mitten in einem Satz ab. Alles in allem sieht es so aus, als seien diese Blätter entweder aus einem Quart- oder Foliobuch herausgenommen worden, oder - wahrscheinlicher - als habe WG nur die Absicht gehabt, sie später binden zu lassen. So scheint er ja auch mit seinen späteren Tagebüchern verfahren zu sein. Auch diese beschrieb er als lose Bögen.
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Beitragvon Holger Ehrhardt » Sonntag, 29. Januar 2006, 23:29

Vielen Dank, sehr verehrter Herr Friemel,
ich werde Ihre Ausführungen an Herrn Düwel weiterleiten. Finden sich denn die bei Steig zitierten Stellen auch in den erhaltenen Seiten dieses Tagebuchs?
Bleibt nur zu hoffen, dass diese kleine Anfrage nicht als Intrige aufgefasst wird.
Freundliche Grüße
Holger Ehrhardt
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Beitragvon Berthold Friemel » Sonntag, 29. Januar 2006, 23:36

Danke für die Nachfrage, Herr Ehrhardt. Ich habe nur eine Stichprobe gemacht, um die Zitate zu überprüfen. Diese war positiv. Es scheint mir sicher, daß es sich hier um das Gesuchte handelt. Gute Nacht im Hessenland!
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