Neue Erklärung des Vorstands der Grimm-Gesellschaft

In Kassel gingen die Brüder Grimm zur Schule und legten ab 1805 die Grundlagen ihres wissenschaftlichen Werkes. 1897 und 1942 wurden in Kassel Grimm-Gesellschaften gegründet. Die Landesbibliothek baute eine große Grimm-Sammlung auf. An diese Tradition knüpfte man 1959 mit der Gründung des Brüder Grimm-Museums an. Es soll zu einer touristisch orientierten "Grimm-Welt" ausgebaut werden. Seit 2012 besteht an der Universität Kassel eine Professur zur Grimm-Forschung.

Neue Erklärung des Vorstands der Grimm-Gesellschaft

Beitragvon Bonoboche » Montag, 12. Februar 2007, 10:16

Auf der Website der Grimm-Gesellschaft, http://www.grimms.de/contenido/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=3&idart=271&m=&s=, findet man seit einigen Tagen eine neue Fassung der Erklärung des Vorstands der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. zum Status der Kasseler Handexemplare von Werken der Brüder Grimm. Die vorige Fassung der Erklärung kann man noch am Schluß der Seite nachlesen.
Den Erklärungen ist ein Rechtsgutachten beigefügt, das für den Vorstand der Brüder Grimm-Gesellschaft erarbeitet wurde.

Eigentumsfragen haben laut der Erklärung des Vorstands der Grimm-Gesellschaft weder in der Urkunde der UNESCO zum Weltdokumentenerbe (die dem Vorstand offenbar vorliegt) noch im jüngsten Schreiben der UNESCO (welchem?) eine Rolle gespielt. Der Antrag an die UNESCO sei nach bestem Wissen und Gewissen verfaßt worden; Angaben zu Eigentums- und Beitzverhältnissen im Antrag seien korrekt. Weiterhin heißt es in der Vorstandserklärung:
In einem Schreiben Bibliothekaren und Wissenschaftlern aus Kassel und Berlin an die UNESCO in Paris vom 13.11.2006 wurden falsche Angaben zum heutigen Eigentum und Besitz der Handexemplare gemacht; dort wird nämlich behauptet, die Handexemplare stünden im Eigentum der Universitätsbibliothek Kassel. Der amtierende Vorstand der BGG hat sich mit dieser Frage intern und nicht über die Medien intensiv beschäftigt. Ihm liegt seit dem 1.12.2006 eine rechtliche Stellungnahme des Vorsitzenden Richters am Hessischen Verwaltungsgerichtshof Eckehart Blume (s.u.) vor, die die im Antrag von der BGG formulierte Darstellung wie folgt präzisiert:
„Die Stadt Kassel ist seit 1958 Eigentümerin der Handexemplare der KHM der Brüder Grimm. Die BGG hat aufgrund des Vertrages von 1959 über das (…) Brüder Grimm-Museum einseitig nicht aufhebbaren Mitbesitz (…).“
Die BGG hat dem Rechtsamt der Stadt Kassel diese Stellungnahme am 1.12.2006 zugeleitet; das Rechtsamt ist inzwischen ebenfalls zu dem Ergebnis gelangt, dass die Handexemplare seit 1958 im Eigentum der Stadt Kassel stehen und sich damit zu Recht seit 1959 im BGM befinden.


Wie aus dem beigefügten Gutachten ferner hervorgeht, sieht die Grimm-Gesellschaft sich auch als Mitbesitzerin sämtlicher von der Stadt in das Grimm-Museum einbgebrachten Grimmiana. Wie die Stadt Kassel zu diesem Anspruch steht, ist bisher der Öffentlichkeit nicht bekannt.
Bonoboche
 
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