Grimms Werke und Briefe / Kasseler Ausgabe

In Kassel gingen die Brüder Grimm zur Schule und legten ab 1805 die Grundlagen ihres wissenschaftlichen Werkes. 1897 und 1942 wurden in Kassel Grimm-Gesellschaften gegründet. Die Landesbibliothek baute eine große Grimm-Sammlung auf. An diese Tradition knüpfte man 1959 mit der Gründung des Brüder Grimm-Museums an. Es soll zu einer touristisch orientierten "Grimm-Welt" ausgebaut werden. Seit 2012 besteht an der Universität Kassel eine Professur zur Grimm-Forschung.

Grimms Werke und Briefe / Kasseler Ausgabe

Beitragvon Berthold Friemel » Dienstag, 31. Januar 2006, 23:53

Da so viel Kasseler Geschichte und Gegenwart hier in den ersten Wochen des Forumbetriebs Thema war und ist, kann vielleicht gleich noch ein weiterer Aspekt hinzugeholt werden. Es geht um die vor einigen Jahren gestartete Kasseler Ausgabe von Werken und Briefen der Brüder Grimm.

Zur Zeit liegt mir Matthias Janßens Edition von Jacob Grimms Literaturgeschichtsvorlesung zur Rezension vor; der letzte meines Wissens bisher in dieser Reihe erschienene Band, ein sehr schönes und empfehlenswertes, leider sehr teures Buch.

Durch unseren Berliner HU-UB-Bestandskatalog geistern aber vier an sich auch sehr interessante und vielversprechende Bände aus dieser insgesamt bisher anscheinend siebenbändigen Edition mit Angaben über Seitenzahl, Bilder und ISBN, bei denen ich etwas verunsichert bin, aber es mir eigentlich scheint, daß sie bisher noch nicht existieren? Dies wäre allerdings kaum glaublich, über die Hälfte so einer Edition, als vor Jahren erschienen angezeigt, eigentlich nur eine Fata Morgana? Vielleicht weiß jemand mehr.

Die Gesamtübersicht in dem HU-Katalog sieht jedenfalls so aus:

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Man kann, wenn man das überfliegt, natürlich ein Schmunzeln nicht unterdrücken, weil da immer das Wort "Kapitalerhöhung" als "Schlagwort" dazwischen steht. Was das soll?
Unten sind die einzelnen Bände aufgezählt, die die HU-UB besitzen müßte. Das sind insgesamt sieben; bei vier davon meine ich, sie existieren eigentlich gar nicht? Wie kommt es dann, daß sie in so einem Bibliothekskatalog auftauchen?
Jedenfalls sind die Bände in dem Katalog als Bestand der Zweigbibliothek Germanistik eingetragen.

Die vier mir bisher nie "live" begegneten Bände habe ich oben im Bild mit den roten Punkten markiert. Es sind alles sehr wertvolle, zentrale Texte, die darin enthalten sein dürften. Deshalb ist die Frage, ob die Bücher eigentlich schon existieren oder nicht, für alle, die sich für die Brüder Grimm interessieren, keine so trockene und bibliographische.

Das erste davon, schon 2001 erschienen, ist der Briefwechsel der Brüder Grimm und der ihres Lehrers Savigny mit dem Pfarrer Bang in Goßfelden, einem klugen und lebenserfahrenen Mann, der dem gesamten Familien- und Freundeskreis um Clemens Brentano und Friedrich Carl von Savigny sehr nahestand:

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Die Familie Bang hat auch zu den "Kinder- und Hausmärchen" der Grimms beigetragen; das wäre also wirklich ein Band, den die Forschung braucht, zumal die Briefe der Bangs an die Grimms bisher nur in Auszügen oder gar nur Regesten veröffentlicht sind.
Ungeachtet meiner Aufmerksamkeit auf neue Grimm-Publikationen habe ich von diesem nun ja schon gegen fünf Jahre alten Band, mit seinen 400 Seiten und zahlreichen Illustrationen, bisher kein Exemplar gesehen. Als ich die Einträge neulich in dem HU-Bibliothekskatalog bemerkte, kamen mir doch arge Zweifel an meiner Grimm-Kompetenz, weil mir etwas so Wichtiges entgangen war.

Ebenfalls nie gesehen habe ich die laut HU-UB-Katalog 2002 erschienenen zwei Bände mit politischen und sprachwissenschaftlichen Schriften der Grimms:

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Schade um diese 800 + 400 Seiten von 2002 kritisch-kommentiert neu herausgegebenen Grimm-Schriften, daß sie offenbar bisher kaum jemandem zu Gesicht gekommen sind.

Ebenso leider der stolze Band mit den autobiographischen Schriften der Brüder Grimm - ich muß sagen, dieser fehlt mir am meisten, denn eine gute Edition dieser zum Teil noch nie gedruckten Aufzeichnungen hätte man sehr gern neben sich am Arbeitsplatz stehen:

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Ich frage mich und das Forum-Publikum nun: Wo sind eigentlich diese Bücher? Was ist mit ihnen passiert? In der HU-UB sind sie offenbar trotz dieser vielversprechenden Katalogeinträge wohl nicht aufzutreiben? Oder kann mir jemand von den dortigen Kolleginnen und Kollegen helfen? Immerhin vier, und sehr gewichtige, Bände dieser neuen Grimm-Gesamtausgabe, die eigentlich seit Jahren erschienen sein müssen? Falls sie doch gar nicht existieren, wie kommen sie dann in so einen Bibliothekskatalog?

Einen letzten Hinweis schenkt uns der HU-UB-Katalog, namens http://casanova.ub.hu-berlin.de, noch:
Die Bände seien "in Erwerbung":

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Dies seit 2001, 2002, 2003? Warum dauert das bei der HU-UB so lange? Oder säumt der Buchhändler? Bekommt der Verlag (Verlag der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel) jetzt laufend Mahnungen auf den Tisch wegen dieser Bände, vier der insgesamt sieben anscheinend bisher erschienenen? Wie kommt es, daß aber der 2005 in derselben Ausgabe erschienene Band von Janßen sehr wohl ganz hübsch mit seiner Signatur in den Freihandbestand eingeordnet und benutzbar ist? Wo stecken die vier vermißten wirklich? Hat jemals jemand schon ein Exemplar auch bloß eines von diesen vier Bänden gesehen?
Berthold Friemel
 
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Die normative Kraft der Ankündigung

Beitragvon Holger Ehrhardt » Mittwoch, 1. Februar 2006, 13:35

Sehr geehrter Herr Friemel,

da sprechen Sie einen Punkt an, über den ich mich als Herausgeber des Bandes 1 schon sehr lange ärgere. Ich wurde damals während der Bearbeitung meines Bandes immer wieder zur Eile gedrängt, schließlich wurde mir im Sommer 1998 die Pistole auf die Brust gesetzt, ich müsse bis Dezember mit der Bearbeitung fertig sein, weil der Druckkostenzuschuss von der Kasseler Sparkasse sonst verfallen würde. Danach war das Bearbeitungstempo offensichtlich nicht mehr so entscheidend. Man bedenke, dass verschiedene Leute jetzt schon zehn Jahre an ihren Bänden sitzen.

Außerdem gehörte es von Beginn an zum Selbstverständnis der Briefekommission, keinerlei Ankündigungen zu machen, sondern Fakten zu schaffen. Die Mitglieder der Kommission werden sich an die Schlagworte von der "normativen Kraft des Faktischen" und vom Kampf gegen die so genannten "Platzhirsche" erinnern, die ein Thema für sich monopolisieren und es nie bearbeiten.

Warum es zu einer solchen Ankündigungspraxis gekommen ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da mein Verhältnis zu Herrn Dr. Lauer schon seit längerer Zeit nicht mehr ungetrübt ist. Sie werden Herrn Bluhms Rezension im "Wirkenden Wort" kennen; dort wird nach einem Band gefragt, der sich angeblich im Druck befindet, allerdings bis heute nicht erschienen ist (vgl. Lothar Bluhm: „Wir scheinen überhaupt bestimmt, an einander zu rennen“. Anmerkungen zum Briefwechsel der Brüder Grimm mit Ludwig Hassenpflug und zum Streit um die ‚Kasseler Ausgabe‘. In: Wirkendes Wort 3 (2002), S. 458–464, hier S. 460).

Im Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft finden Sie übrigens noch sehr viel mehr solcher öffentlicher Ankündigungen. Ich halte diese Praxis für falsch, weil sie der Seriosität des Kasseler Ausgabe stark abträglich ist.

Mit freundlichen Grüßen
Holger Ehrhardt
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Wo sind die Bücher?

Beitragvon Berthold Friemel » Mittwoch, 1. Februar 2006, 13:51

Vielen Dank für diese ersten Einblicke.
Aber daraus entnehme ich immer noch nicht, ob bzw. wo diese vier Bände eigentlich existieren? Laut den Angaben im Bibliothekskatalog der HU Berlin müßten sie doch seit mehreren Jahren vorliegen, und es werden detaillierte Aussagen über Umfang, Bilder gemacht. Liegen sie vielleicht irgendwo auf Halde in einem Lager?
Denn in Bibliothekskatalogen, Verzeichnissen lieferbarer Bücher usw. tauchen doch sonst in aller Regel nur Bücher auf, die wirklich existieren. Hier gleich vier, über die Hälfte, die es gar nicht geben sollte? Ich kann das immer noch nicht so recht fassen. Wie kommen die Angaben dann in den Bibliothekskatalog?

Es handelt sich doch hier nicht um "Ankündigungen", sondern um den Bestandskatalog einer Bibliothek, der erschienene Bücher anzeigt, die diese Bibliothek besitzt; in dem Fall allerdings mit der Statusnotiz "In Erwerbung".

Hat vielleicht doch jemand einmal einen dieser Bände in der Hand gehabt und kann Nachricht geben, wo man sie bekommen kann? Ich würde sie gern auch für mich privat erwerben.
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Verdienste von Dr. Lauer

Beitragvon Grimmfreund » Mittwoch, 1. Februar 2006, 19:23

Ich möchte gegen diese offensichtlichen Machenschaften gegen Dr. Bernhard Lauer in aller Form protestieren. Statt auf seine Verdienste hinzuweisen hacken Sie kleinkrämerisch auf Büchern herum, die vermutlich aus Schußlichkeit von untergeordneten Bibliotheksangestelten zurückzuführen sind.
Vergessen sie nicht: Dr. Lauer ist Direktor des Grimm Museums in Kassel und leitet dort sehr erfolgreiche Ausstellungen zu 1001 und einer Nacht, Hans Christian Andersen, aber auch zu vielen anderen interessanten Themen, die viele Leute stark interessieren. Zusätzlich engagiert er sich stark an anderen Brüder Grimm Stätten des Landes, die wohl ohne seine Mithilfe nicht existieren würden. Er ist ein international anerkannter Wissenschaftler, der viele Entdeckungen zu den Brüdern Grimm gemacht hat und viele neue Erkenntnisse in die Grimm Forschung getragen hat. Er spricht in allen großen Kultursprachen über die Brüder Grimm und kann sogar fließen Japanisch, damit den Menschen in Japan das Werk der großen Brüder erklärt werden kann.
Wenn jetzt die Professoren der Gesamthochschule auf ihn schimpfen, kann ich mir das nur so erklären, das sie neidisch sind auf seine Arbeit und seine internationalen ERfolge sind. Der Prophet gilt ja bekanntlich im eigenen Lande nichts. Es ist auch eine Schande, wie man seine Leistungen in dieser Stadt nicht anerkennt und jetzt hacken Sie auch noch in ihrem fragwürdigen Forum auf ihn herum. Ich glaube sowieso, daß ihre Forumsteilnehmer manipuliert sind, denn ich kann mir nicht vorstellen, wieso man sonst gegen Herrn Dr. Lauer so vorgehen soltle.
Ich fordere umgehend im Namen der Brüder Grimm, unterlassen Sie diese billige Hetze gegen einen anerkannten Wissenschaftler. Wenn dieser Mann Kassel verlassen würde, wäre es ein unersetzlicher Verlust für die Kultur Nordhessens.
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Beitragvon Carl Bernstein » Mittwoch, 1. Februar 2006, 19:44

Ich schlage vor, nach den in Berlin nicht auffindbaren Bänden der Kasseler Ausgabe einfach in anderen Bibliotheken zu suchen. Vielleicht hat Grimmfreund Recht: Ein subalterner Bibliotheksbeamter hat bei der Titelaufnahme geschludert.

Kleiner Tip: Karlsruher Virtueller Katalog. Dort wird man wohl fündig werden. Will man aber ganz sicher gehen, fragt man bei der Grimm-Gesellschaft in Kassel an.
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Ergebnis negativ

Beitragvon Droese » Mittwoch, 1. Februar 2006, 20:58

Um die Sache voranzubringen habe ich einiges nachgesehen, besonders gleich den Karlsruher wie vorgeschlagen
leider negativ

KVK oo
hess. Verbundkatalog oo
buchhandel.de oo (bei Eingabe ISBN/ Profisuche alles keine Treffer)
grimms.de oo (Homepage der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel, dort sind nur drei Bände bibliografiert)

Ich sage mal, da ist in der HU sicher auch einiges nicht in Ordnung mit der Verschlagwortung und Eintragung. Aber dass die Kollegen die ISBN Bilder usw. erfunden haben kann ich mir auch nicht vorstellen.
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Weiter suchen!

Beitragvon Carl Bernstein » Mittwoch, 1. Februar 2006, 21:58

Eine ISBN wird ja wohl für nicht existierende Bücher weder beantragt noch vergeben werden. ISBN bedeutet, das Buch ist da. Außerdem sind solche Detailangaben wie "zahlr. Illustrationen" oder "400 S." wohl kaum frei erfunden.
Die Deutsche Bücherei Frankfurt/Main und Leipzig haben einen Sammlungsauftrag für jedes erschienene deutsche Buch. Dort sollte man fündig werden. Außerdem sollte es für Germanisten nicht schwierig sein, ein vor wenigen Jahren erschienenes Buch zu bekommen.
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Re: Verdienste von Dr. Lauer

Beitragvon Jeanne d'Arc » Donnerstag, 2. Februar 2006, 0:29

Grimmfreund hat geschrieben:Wenn jetzt die Professoren der Gesamthochschule auf ihn schimpfen, kann ich mir das nur so erklären, das sie neidisch sind auf seine Arbeit und seine internationalen ERfolge sind.


Welche Professoren der "Gesamthochschule" schimpfen denn auf Herrn Lauer? Woher haben Sie diese Informationen? Nennen Sie doch bitte mal Ihre Quellen und die Namen derer, die Sie hier so schelten! Ein gut gemeinter Rat: Lesen Sie nicht zu viel Extra-Tip.

PS: Sie sehen, liebe Forumsteilnehmer, die von Herrn Lauer initiierte und von Klaus Becker umgesetzte Extra-Tip-Hetze trägt Früchte!!!
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Eine Fußnote aus dem Jahre 1890

Beitragvon Rudolf Theisen » Donnerstag, 2. Februar 2006, 8:02

Velleicht triftt auf die rege Publikationstätigkeit Dr.Lauers zu, was schon 1890 Oscar Blumenthal wußte :


Reklame

Auf der Reklame papiernem Pfad
schreitet der Beifall vor der Tat.
Des Nachruhms wollten sich die Alten freuen,
der Vorruhm ist die Erfindung der Neuen.
Rudolf Theisen
 
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Re: Verdienste von Dr. Lauer

Beitragvon Jeanne d'Arc » Donnerstag, 2. Februar 2006, 16:04

Grimmfreund hat geschrieben:Er ist ein international anerkannter Wissenschaftler, der viele Entdeckungen zu den Brüdern Grimm gemacht hat und viele neue Erkenntnisse in die Grimm Forschung getragen hat.


http://www.perlentaucher.de/buch/10072.html
Jeanne d'Arc
 
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Beitragvon Rudolf Theisen » Donnerstag, 2. Februar 2006, 20:32

Zur Publikationspraxis Dr.Lauers noch eine persönliche Erfahrung :

Vor einigen Jahren wollte ich einem kunstsinnigen Schwager einen von der Brüder Grimm-Gesellschaft herausgegebenen Bildband schenken. Es handelte sich dabei um ein Werk über den Maler Gerhard von Reutern. Durch die Freundlichkeit eines Bibliothekars wurde ich auf einen ausführlichen Publikationshinweis in den Mitteilungen der BGG aufmerksam gemacht, der neben einer längeren Beschreibung des Werkes auch die ISBN - Nummer und den Preis (ich glaube ca. 49.- DM) enthielt. Leider war das Buch weder im Buchhandel noch bei der Gesellschaft in Kassel erhältlich. Ich wandte mich an die "Deutsche Bibliothek" in Frankfurt, die das Werk nicht in ihrem Bestand nachgewiesen hat.
Ich empfehle allen, in Zweifelsfällen diese Institution zu kontaktieren, da sich dort real materialisierte Druckwerke befinden und nicht solche, die nur in der Imagination Dr.Lauers existent sind.
Man mag dessen Verlegerpraxis für eine Schrulle halten, ich sehe aber noch ein gravierenderes Problem. Die seriöse Presse ist voll von sich häufenden Berichten von Betrug, Schwindel und faulem Zauber - vornehmlich in der Medizin und den Naturwissenschaften (ein Beiträger dieses Forums brachte den Namen Protsch von Zieten ins Spiel).
Besteht nicht hier die Gefahr, daß auch in den Geisteswissenschaften eine notwendige Basis wissenschaftlicher Ethik verlassen wird ?
Wenn man verhindern will, daß sich in der Öffentlichkeit der Eindruck durchsetzt, daß das von Dr.Lauer gepflegte Verhalten zum wissenschaftlichen Alltag gehört, muß stärker gegen dessen offensichtlich systematisch betriebene Flunkermethoden Stellung genommen werden.
Hier wäre ein deutliches Wort der Professorenschaft wichtig !
Rudolf Theisen
 
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Ankündigungen sind nicht strafbar

Beitragvon Carl Bernstein » Donnerstag, 2. Februar 2006, 21:38

R. Theisen zeigt hier eine wirkliche Gefahr auf. Bei der fortschreitenden Marginalisierung der unproduktiven Geisteswissenschaften können diese es sich gerade nicht erlauben, die Fachwelt mit Fakes zu blenden. Allerdings: Ankündigungen sind nicht strafbar und noch im Bereich des Erlaubten. Und solange ein Ankündiger nicht behauptet, etwas Nichtexistierendes sei erschienen, muß man es leider hinnehmen.
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Moment mal ...

Beitragvon P. Schmitz » Donnerstag, 2. Februar 2006, 21:58

... lieber Bernstein! Wir reden hier von einem Mann der sich gerade die Entdeckung anderer in aller Öffentlichkeit und vermutlich mit politischer Absicht und demagogischem Sekundanten unter den Nagel gerissen hat! Wenn DER ankündigt, sollte man lieber mal genau hinsehen! Ich würde keineswegs von Kavalierdelikten sprechen, wo Ankündigung METHODE ist! Ich habe bloß keinen Bock, in der Bibliothek Zeit damit zu verschwenden, die Werke eines Fakers aufzuspüren. Im Prinzip gehört so was schon auf den Index.
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Beitragvon Grimmfreund » Donnerstag, 2. Februar 2006, 22:44

Ich verstehe überhaupt viele Beiträge in diesem Forum insb. dieser Rubrik nicht. Was wollen Sie denn herumkritteln!?! Erstmal selber besser machen. Ohne Herrn Dr. Lauer gäbe es viele Bücher überhaupt nicht zu den Grimms. Es weiß hier jeder, daß er die Werke und Briefe ediert hat und das ist doch wohl das entscheidende? Andre haben noch gar nichts ediert. Wenn da das eine oder andre Buch noch nicht erschienen ist, daß er machen will, dann kommt es eben bald. Und wenn Frau Mareineke sagt, Dr. Lauer würde das Werk der toten Brüder in Kassel fortleben lassen, dann kann ich dem nur beipflichten. Jednefalls hat er die wegweisenden Sachen der letzten Jahre verfaßt und basta.
Außerdem läuft schon seid geraumer Zeit seine Reihe "Mittwoch bei den Grimms", die auch sehr auf Zuspruch stößt und große Anerkennung findet. Erst heute war wieder in der Zeitung ein Berich davon. Ich finde die immer neuen Themen sehr spannend. Herr Dr. Lauer ist ein internationaler Wissenschaftler, der überall willkommen ist, das können Sie ja wohl nicht bestreiten. Er wird es ihnen allen zeigen, denn: auf die Dauer setzt sich seine globale Linie durch. Er hat nämlich verstandnen:Wenn sich die Wirtschaft globalisiert, muß man auch die Museumslandschaft und die Brüder Grimm globalisieren.
Dann will ich auch etwas zu dem Kritiker wegen dem Museum sagen. Daran merkt man ja wohl, wie Sie keine Ahnung haben. Ich bin jedesmal begeistert von den biographischen Schauplätzen und der politischen Arbeit der Brüder Grimm. Ich finde auch, daß man einen sehr bleibenden Eindruck von dem Märchen bekommt. Was wollen Sie denn zeigen?
Schlußendlich will ich noch was sagen. Wer von Ihnen lernt im Alter eine Sprache, nur um das Werk der Brüder Grimm auf Japanisch besser verständlich zu machen?
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Beitragvon Heinz Trautmann » Freitag, 3. Februar 2006, 11:25

Lauerfreund hat geschrieben:Dann will ich auch etwas zu dem Kritiker wegen dem Museum sagen. Daran merkt man ja wohl, wie Sie keine Ahnung haben.


Ich finde: Das ist ein Niveau, auf dem man aufbauen sollte.

Schade, dass Sie Ihre obigen Verbalattacken gegen "die Wissenschaftler der Gesamthochschule" nicht weiter ausgeführt haben. Jeanne d'Arc bat Sie ja um Nennung von Fakten. Aber so ist das eben: Wilde Gerüchte in den Raum stellen, ohne sie belegen zu können. Prost!
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