Grimms Werke und Briefe / Kasseler Ausgabe

In Kassel gingen die Brüder Grimm zur Schule und legten ab 1805 die Grundlagen ihres wissenschaftlichen Werkes. 1897 und 1942 wurden in Kassel Grimm-Gesellschaften gegründet. Die Landesbibliothek baute eine große Grimm-Sammlung auf. An diese Tradition knüpfte man 1959 mit der Gründung des Brüder Grimm-Museums an. Es soll zu einer touristisch orientierten "Grimm-Welt" ausgebaut werden. Seit 2012 besteht an der Universität Kassel eine Professur zur Grimm-Forschung.

Zum Brief von Holger Ehrhardt

Beitragvon Rudolf Theisen » Freitag, 14. April 2006, 12:36

Es ist festzuhalten, daß sich nun endlich ein Beteiligter an der "Kasseler Ausgabe" zu den aufgeworfenen Fragen zu Wort gemeldet hat. Herr Ehrhardt kandidiert im Mai gegen Dr. Lauer als Geschäftsführer der BGG. Da erscheint es mir verständlich, daß er jeden Anschein vermeiden will, in tieferer Weise in die publikationsstrategischen Spielereien des Museumsleiters verstrickt zu sein. Diese Sensibilität vermisse ich bei den anderen genannten Personen, vor allem bei den Damen Plötner und Fischer, die ja bereits mit anderen Lauerschen Nicht-Existenta in Erscheinung getreten sind - wahrscheinlich haben sie sich den Wilhelm-Busch-Vers "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs weiter ungeniert" als Maxime zu eigen gemacht.
Dennoch bleibt die Frage, wie und warum Herrn Ehrhardt, aber auch den anderen damaligen Vorstandsmitgliedern um Herrn Windfuhr jahrelang die seltsame Praxis Dr. Lauers verborgen geblieben ist. Oder: waren diese Herren nur allzu gern bereit, über die seltsamen Vorgänge hinweg zu sehen, solange man sich selbst in der Öffentlichkeit im positiven Lichte präsentieren konnte?
Interessant sind dabei auch die Details über die offensichtlich begonnene Briefesammlung für ein "Kasseler Briefeverzeichnis".
Wir können davon ausgehen, daß dies Projekt "gestorben" ist und somit der ELFE übergeben werden kann. Wäre es auch nur annährend in die Nähe einer Realisierung gelangt, so hätte - das bislang gezeichnete Psychogramm Lauers im Blick - folgendes stattgefunden:
ein bombastischer Artikel wäre im Extra-Tip erschienen, mit Bild Lauers und diversen Aktenordnern und der Überschrift: "Herr über 36000 Briefe -Dr. Lauer erstellt Briefeverzeichnis der Brüder Grimm".
Daß das Projekt nicht von der DFG oder der Volkswagenstiftung gefördert worden ist, ergibt sich aus der Tatsache, daß diese Institutionen die Neuerfindung des Rades in der Regel nicht finanzieren. (cf. bereits vorhandenes Berliner Verzeichnis)
Trotzdem bleibt eine Frage offen: wer hat dann eine solche Ruine finanziert - der Landkreis, die Stadt - mit Werkverträgen, mit ABM?
Kann es der BGG und auch dem Bürger gleichgültig sein, wenn Steuermttel einfach in den Sand gesetzt werden? Wo war da die staatsbürgerliche Aufsichtspflicht des alten Vorstandes?
Es wäre instruktiv von einem Mitarbeiter darüber etwas zu hören, sicher würde eine verblüffte Philologenzunft einen Einblick in Lauersche Arbeitstechniken erhalten. Ich glaube aber, daß es angesichts der immer noch vorhandenen Pro-Lauer-Stimmung in dieser Stadt wohl niemanden zuzumuten ist, den Weg in die Öffentlichkeit zu wählen.
Rudolf Theisen
 
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Eine Kasseler Rezension zum letzten Grimm-Jahrbuch

Beitragvon Rudolf Theisen » Mittwoch, 19. April 2006, 15:41

In der heutigen (19.4.) Ausgabe der HNA findet sich unter der Überschrift "Unser Buch-Tipp. Aus der Welt der Grimms" eine Rezension des letzten Jahrbuchs der BGG (2001/2002) aus der Feder des Redakteurs Dirk Schwarze. Der Wortlaut dürfte für das Publikum außerhalb Kassels nicht uninteressant sein:
"Im aktuellen Konflikt um die Brüder Grimm-Gesellschaft ist wiederholt der Widerspruch diskutiert worden, der sich aus Ankündigungen von Buchprojekten und ihrem tatsächlichen Erscheinen ergibt. Anlass dazu gab auch die Tatsache, dass das Jahrbuch 2000 erst 2005 erschien. Der Vorstand der Gesellschaft zog Konsequenz aus der Kritik und ließ Monate später die Jahrbücher 2001/2002 als einen Band erscheinen. Um ihm zusätzliche Aktualität zu verleihen, wurde gleich die 2005 erfolgte Aufnahme der "Kinder-und Hausmärchen" ins Weltkulturerbe hineingenommen. Das passt zwar nicht zusammen, frischt den Band mit seinen mittlerweile uninteressanten Regularien aber auf. In ihm finden sich unter anderem lesenswerte Beiträge zu Jacob Grimms Rechtschreibreform, zum Verfassungskonflikt der Göttinger Sieben und zu Alexander v. Humboldts "Weltgemälde"."
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Nachfrage zu einer Äußerung Dr. Lauers

Beitragvon Rudolf Theisen » Sonntag, 7. Mai 2006, 15:07

Ohne das leidige Aufspürspiel ELFE in alle Ewigkeit weiterzuführen, möchte ich doch bitten, in Berlin oder Göttingen in den einschlägigen Fachbibliographien folgenden Sachverhalt sauber zu recherchieren.
Dr. Lauer äußert in einem Interview mit dem DeutschlandRadio Kultur am 5.Mai zu einem Titel folgendes:

Lauer: Das Nachrichtenmagazin hat von mir eine Liste bekommen aller Publikationen der Brüder Grimm-Gesellschaft der letzten 15 Jahre. Was zum Beispiel einige Titel betrifft, wie zum Beispiel aus 1991 - das, was also jetzt nach 15 Jahren erst rauskommt, dass das angeblich nicht publiziert worden wäre -, betrifft die Brüder Grimm oder in dem Fall Jacob Grimm und die Pariser Académie celtique. Diese Dinge sind von meiner Kollegin Bärbel Plöttner, mit der ich das zusammen angekündigt habe, in einer französischen Publikation längstens erschienen. Da muss man halt auch ein bisschen in die französische Grimm-Forschung hineinschauen.

Handelt es sich um die Plöttnersche Arbeit um einen Aufsatz, der vielleicht in einer schwerer zugänglichen Fachzeitschrift erschienen ist ? Fairerweise sollte der Sachverhalt dann klargestellt werden!
Auf der Homepage von Frau Plöttner finde ich nur folgenden, dem Thema nahestehenden Titel:

• Bernhard Lauer et Bärbel Plötner (avec la collaboration de Donatien Laurent) : « Jacob Grimm und Theodore Hersart de La Villemarqué. Ein Briefwechsel aus der Frühzeit der modernen Keltologie », Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, Kassel, Brüder Grimm-Gesellschaft, t.1, 1991, p. 17-83.

Eine Monographie, wie die Ankündigung von 1991 nahelegt, finde ich nicht..
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Académie Celtique

Beitragvon Droese » Sonntag, 7. Mai 2006, 21:57

Der Aufsatz über den bretonischen Forscher La Villemarqué kann hier nicht gemeint sein. Denn bei dem Thema zur Académie Celtique geht es um einen anderen Personenkreis und um eine andere Zeit, zirka um 1810, 1815. Es ist sehr verwunderlich, dass das von Herrn Dr. Lauer in seinem Interview angeführte Werk von Bärbel Plötner in deren Veröffentlichungsliste auf ihrer Webseite auch nicht ersichtlich sein soll. Zumindest in Dr. Lauers Bibliografie der laufenden Grimm-Literatur im Jahrb. der Grimm-Ges. müsste das Werk aber dann aufzufinden sein, wenn es schon vor so langer Zeit erschienen sein soll. In den letzten Bänden wird diese Bibliografie nicht mehr fortgesetzt.
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Re: Nachfrage zu einer Äußerung Dr. Lauers

Beitragvon Was Tun » Montag, 8. Mai 2006, 16:01

Rudolf Theisen hat geschrieben:Ohne das leidige Aufspürspiel ELFE in alle Ewigkeit weiterzuführen, möchte ich doch bitten, in Berlin oder Göttingen in den einschlägigen Fachbibliographien folgenden Sachverhalt sauber zu recherchieren.
Dr. Lauer äußert in einem Interview mit dem DeutschlandRadio Kultur am 5.Mai zu einem Titel folgendes:

Lauer: Das Nachrichtenmagazin hat von mir eine Liste bekommen aller Publikationen der Brüder Grimm-Gesellschaft der letzten 15 Jahre. Was zum Beispiel einige Titel betrifft, wie zum Beispiel aus 1991 - das, was also jetzt nach 15 Jahren erst rauskommt, dass das angeblich nicht publiziert worden wäre -, betrifft die Brüder Grimm oder in dem Fall Jacob Grimm und die Pariser Académie celtique. Diese Dinge sind von meiner Kollegin Bärbel Plöttner, mit der ich das zusammen angekündigt habe, in einer französischen Publikation längstens erschienen. Da muss man halt auch ein bisschen in die französische Grimm-Forschung hineinschauen.

Handelt es sich um die Plöttnersche Arbeit um einen Aufsatz, der vielleicht in einer schwerer zugänglichen Fachzeitschrift erschienen ist ? Fairerweise sollte der Sachverhalt dann klargestellt werden!
Auf der Homepage von Frau Plöttner finde ich nur folgenden, dem Thema nahestehenden Titel:

• Bernhard Lauer et Bärbel Plötner (avec la collaboration de Donatien Laurent) : « Jacob Grimm und Theodore Hersart de La Villemarqué. Ein Briefwechsel aus der Frühzeit der modernen Keltologie », Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, Kassel, Brüder Grimm-Gesellschaft, t.1, 1991, p. 17-83.

Eine Monographie, wie die Ankündigung von 1991 nahelegt, finde ich nicht..


Es findet sich dort auch noch dieser:

"• Bärbel Plötner, « Langue, littérature et identité nationales et régionales: Jacob Grimm entre l'Allemagne et la France. Le cas breton », Philologiques III, Qu'est-ce qu'une littérature nationale ? Approches pour une théorie interculturelle du champ littéraire, éd. par Michael Werner et Michel Espagne, Paris, Editions de la Maison des Sciences de l'Homme, t.3, 1994, p. 211-234."
(eben da: http://lire.ish-lyon.cnrs.fr/pagesperso ... _page.html)
Was Tun
 
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Ja aber ...

Beitragvon Droese » Montag, 8. Mai 2006, 20:28

diesen Titel dort habe ich schon auch gesehen
Er scheint mir aber nicht recht einschlägig.
Wie ich feststellte, ist das genannte Buch nicht ganz leicht verfügbar aber ich werde mich darum kümmern.
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Diagnose: unheilbar im "Aufschneiden"?

Beitragvon Droese » Mittwoch, 17. Mai 2006, 13:44

Der Hinweis von Was tun ist mittlerweile durch einen Beitrag vom HNA-Forum 'abgehakt' (dem ich eigentlich nichts weiter hinzuzufügen habe) - mit dem Ergebnis, dass der von Was tun genannte etwa 20seitige Aufsatz von Frau Dr. Bärbel Ploetner nicht die angekündigte Arbeit über die Académie Celtique ist, sondern im Gegenteil diese Arbeit auch in dem Beitrag von Frau Dr. Ploetner ein weiteres Mal angekündigt wird.
Fazit: Skandalös ist an diesem Fall nicht (zumindest nicht so sehr) die ursprüngliche Ankündigung, sondern die unerträgliche Art und Weise, wie eine kritische Öffentlichkeit auch jetzt, wo diese Themen diskutiert werden, hinter's Licht geführt werden soll. Die Sache sei 'längstens' veröffentlicht, man möge doch bitteschön in die 'französische Grimm-Forschung' schauen ... Schönen Dank auch! Damit, dass irgendjemand dieser Aussage nachgeht, wurde wohl nicht gerechnet ...
Für diejenigen, die das HNA-Forum nicht mit lesen, sei der dortige Beitrag, http://forum.hna.de/forum/viewtopic.php?pid=14944#p14944, auch hier zur abschliessenden Klärung dieser Angelegenheit eingefügt:

Erkundungen in der französischen Grimmforschung
Zu den in der ELFE (siehe dazu das Grimmforum) verzeichneten Titeln gehört:
4. Ankündigungen von Werken
4.1) Bernhard Lauer u. Bärbel Plöttner: Jacob Grimm und die Academie Celtique (in Vorbereitung). [1991] ...

Auf Nachfragen nach dieser Ankündigung nahm der Urheber in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur Stellung:
http://www.dradio.de/suche/?action=search&uri=suche%2F&sp0=1&sp1=1&sp2=1&sp3=1&sa1=&sa2=&sa3=&sa4=&sn=&ss=&q=grimm+kassel (auch oben in # 1550, parodiert in # 1556):
... Fall Jacob Grimm und die Pariser Académie celtique.
Diese Dinge sind von meiner Kollegin Bärbel Plöttner, mit der ich das zusammen angekündigt habe, in einer französischen Publikation längstens erschienen. Da muss man halt auch ein bisschen in die französische Grimm-Forschung hineinschauen.

Da dieser Hinweis nicht recht deutlich war, haben mehrere Leute Recherchen begonnen und hier im HNA-Forum sowie im Grimmforum erste Ergebnisse mitgeteilt (zu dem Titel allgemein vgl. u. a. oben # 111, 115, 232, 778, 780, 839, 1565, 1566, 1567, 1571, 1572, 1576). Ergebnis der Recherchen war, kurz gesagt, daß weder in französischen Bücherkatalogen noch in der Veröffentlichungsliste von Frau Dr. Plötner etwas einschlägiges zu entdecken war. Herr "Was Tun" bzw. "Was noch" schimpfte allerdings, daß man solch vorläufige Ergebnisse besser nicht bekanntmachen solle, und bot folgenden Titel an, der möglicherweise der Ankündigung entspreche (# 1565):
Bärbel Plötner, « Langue, littérature et identité nationales et régionales: Jacob Grimm entre l'Allemagne et la France. Le cas breton », Philologiques III, Qu'est-ce qu'une littérature nationale ? Approches pour une théorie interculturelle du champ littéraire, éd. par Michael Werner et Michel Espagne, Paris, Editions de la Maison des Sciences de l'Homme, t.3, 1994, p. 211-234.

Nach einiger Wartezeit konnte ich das Buch heute benutzen (nicht häufig anzutreffen, in der UB-LMB Kassel z. B. nicht vorhanden). Der Beitrag von Frau Plötner gliedert sich in drei Abschnitte, I. biographische Bezugspunkte zu Frankreich bei den Grimms, II. Zum Verständnis von Region und Nation in Deutschland und Frankreich zwischen 1789 und 1871, III. Der Fall Bretagne. Auf S. 226-229 faßt Frau Plötner anhand der bisherigen Literatur das Verhältnis Jacob Grimms zur Académie Celtique zusammen, wobei sie den von ihr kurze Zeit zuvor mitherausgegebenen Briefwechsel J. Grimms mit G. de la Rue heranzieht und sehr überzeugende Thesen hinsichtlich der Berührungspunkte zwischen dem Anliegen der Akademie und Jacob Grimms Arbeitsgebieten aufstellt. Daß es sich hier nicht um das angekündigte Projekt "Jacob Grimm und die Académie Celtique" handelt, erhellt aus einer Fußnote Frau Plötners, so daß man hierüber nicht mehr spekulieren muß: S. 226 Anm. 38
Pour les détails, voir Bernhard Lauer, Bärbel Plötner: Jacob Grimm und die Keltische Akademie. Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, t. 3, 1993, en préparation.

So haben uns Dr. Lauer und "Was tun" / "Was noch" recht munter herumgeschickt, von Kassel nach Frankreich und von Frankreich nach Kassel. Fazit aller Mühen: Die Schrift über "Jacob Grimm und die Académie Celtique" ist nicht erschienen. Die zitierte Aussage B. Lauers im Interview mit Deutschlandradio Kultur ist, was sie ist. Schon recht aussagekräftig über ihren Urheber, scheint mir: ein weiteres Mal einfach mutig dahergeredet, in der Annahme, es wird schon niemand so genau nachsehen.
(Meine neuerliche und letzte Wortmeldung hier zu diesem Thema will ich nicht beenden, ohne meinen Respekt für Frau Plötners Beitrag auszusprechen. Das Gesuchte / Angekündigte zu "Jacob Grimm und die Académie Celtique" ist er aber natürlich nicht. Ein Urteil darüber, daß Frau Plötner und Herr Lauer die genannte Schrift angekündigt haben, soll meine Wortmeldung nicht sein. Das Thema würde nach wie vor eine eigenständige Behandlung lohnen. Aber schauen Sie genauer hin, was der Geschäftsführer und Museumsleiter in Interviews, Statements und ähnlichem erzählt. Mißtrauen scheint hier angebracht.)
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Neuer Fund für die ELFE

Beitragvon Alaska » Sonntag, 25. Juni 2006, 14:32

HNA, 22.6.06:
"Ich bin der Letzte, der an seinem Posten festhält. Mir geht es allein um die Sache." (Dr. Lauer)

"Die Arbeit von Dr. Lauer wird anerkannt", sagt Junge. Die Vorwürfe gegen den Museumsleiter seien nicht nachprüfbar.


Von Seiten eines natürlich anonym bleibenden Mitarbeiters des Kasseler Rathauses wurde auf eine Publikation Dr. Lauers aufmerksam gemacht, die selbst den rührigen Mitarbeitern der ELFE (der Elektronischen Lauer-Forschungs-Enzyklopädie) entgangen war, und die ein weiteres Mal illustriert, wie es Herrn Dr. Lauer um die Sache geht. In einer vor zwölf (!!!) Jahren verfassten und bis heute (wegen Raum- oder Personalmangels?) nicht umgesetzten Konzeption zum Ausbau des Brüder Grimm-Museums Kassel im Palais Bellevue kündigt der „überaus aktive Museumschef“ mit Weltruf auf Seite 5 ein legendäres Buch an, das sich nunmehr seit 1994 im Druck befindet:

Das Brüder Grimm-Museum Kassel im internationalen Spiegel von Presse, Rundfunk und Fernsehen. Zus.gestellt von Bernhard Lauer. Kassel: Brüder Grimm-Gesellschaft, 1994 (im Druck).

Alles üble Nachrede und nicht mehr zu beweisen? Oder vielmehr frühes Dokument einer Neigung zur übertriebenen Selbstdarstellung? Wie wird, so fragen sich interessierte Beobachter, Dr. Lauer die ungewöhnlich lange Druckphase dieses Opus der Fachwelt erklären? Geldmangel? Personalmangel? Zeitmangel? Oder muss man eben „mal die französische Grimm-Forschung zur Kenntnis nehmen," wo eine Kollegin das schon lange veröffentlicht habe, wie der Herr Direktor mit unnachahmlicher Süffisance die Hörer im Deutschlandradio wissen lässt? Schaut man dann einmal in die französische Grimm-Forschung, entpuppt sich - wie oben gezeigt- sogar dieser Verteidigungsangriff als weitere Lüge eines unheilbaren Aufschneiders. Man kann immer wieder nur feststellen: Nichts da, alles nur eingebildet! Mit Kategorien der Vernunft kommt man hier nicht weiter!
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ELFE 4.0 (26.06.06)

Beitragvon P. Schmitz » Montag, 26. Juni 2006, 12:30

Vielen Dank für den schönen Hinweis von Herr/Frau Alaska. Dieses außerordentliche Werk wäre sonst den „Mitarbeitern der ELFE“ vermutlich nicht zur Kenntnis gekommen. Man höre und staune:
Das Brüder Grimm-Museum Kassel im internationalen Spiegel von Presse, Rundfunk und Fernsehen. Zus.gestellt von Bernhard Lauer. Kassel: Brüder Grimm-Gesellschaft, 1994 (im Druck).
Weitere Recherchen im „Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft“ (Bd. 9, 1999/2003, S. 97, Anm. 17) haben unterdessen eine neue bisher uneingelöste Ankündigung eines Werkes ergeben, das hiermit der ELFE hinzugefügt wird:
Wie Dornröschen einst nach Kassel kam. Märchen, Politik und Kunst. Die Geschichte der Familie Hassenpflug zwischen Frankreich und Deutschland (Begleitheft i.V.)
Die ELFE muß also ein Update bekommen.
Nach wie vor werden neben den unter den Punkten 2 bis 5 angekündigten bzw. angeblich im Druck/in der Vorbereitung befindlichen Werken die 100 Publikationen „aus der Feder von Dr. Bernhard Lauer“ vermisst, auf die der „überaus aktive Museumschef“ (Klaus Becker über Dr. Lauer) mit Weltruf (Dr. Lauer über Dr. Lauer) des öfteren verwiesen hat, zuletzt als Rechtfertigung gegenüber den in der ELFE aufgelisteten Scheinpublikationen.
Vielleicht muss die ELFE bei Punkt 3 noch differenzierter vorgehen, um zu verdeutlichen, dass eine Reihe der unter diesem Punkt aufgeführten Werke schon vor vielen Jahren als „im Druck“ befindlich bezeichnet wurde, teilweise seit über einem Jahrzehnt!
Für die ungeheuer dreiste Behauptung Dr. Lauers im Deutschandradio, das hier unter 4.1. aufgeführte Werk sei in Frankreich erschienen, (vgl. die Recherche von Droese vom 17.5.06: O-Ton Lauer: "Da muss man halt auch ein bisschen in die französische Grimm-Forschung hineinschauen.") muss, wie Alaska in seinem/ihrem letzten Beitrag anregt, eine neue Kategorie der Irrationalität eingeführt werden, Instistieren auf der Existenz von Werken, die sonst Niemand nachweisen kann

ELFE 4.0 (26.06.06)

1. existierende Werke
1.1) Die Brüder Grimm. Leben und Wirken. Zusammengestellt und kommentiert von Bernhard Lauer. Kassel 2005. 64 S., mit zahlr. [65] Abb., ISBN: 3-929633-37-X

2. erschienen gemeldete, aber nicht existierende Werke
2.1) Bernhard Lauer: Das Palais Bellevue in Kassel. Kassel 2003.
2.2) Bernhard Lauer: Die Bedeutung der Brüder Grimm gestern und heute. Kassel 2003.

3. in Vorbereitung/im Druck befindliche Werke mit genauen Buchangaben
3.1) Gerhard von Reutern (1794-1865). Ein Lebensbild, dargestellt von seinen Kindern. Mit einem bio-bibliographischen Anhang. Neu herausgegeben und eingeleitet von Bernhard Lauer. Kassel 1994 (in Vorbereitung), ca. 180 S., mit zahlr. Abb., 49,80 DM, ISBN: 3-929633-20-7 [2005: ca. 192 S., Währungsumstellung auf 29,80 €]
3.2) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Briefwechsel der Brüder Grimm mit Joh. Heinrich Bang (einschl. der Briefwechsels von Friedrich von Savingy mit J.H.C. Bang). Kassel 2001, 400 S., zahlr. Ill., ISBN: 3-929633-65-3
3.3) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Politische und zeitgeschichtliche Schriften. Kassel 2002, 400 S., ISBN: 3-929633-69-8
3.4) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Sprachtheoretische und grammatische Schriften. Kassel 2002, 800 S., zahl. Ill., ISBN: 3-929633-70-1
3.5) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Autobiographische Schriften und Fragmente. Kassel 2003, 400 S., zahl. Ill., ISBN: 3-929633-68-X [mehrfach angekündigt seit 1990 bis 2005]
3.6) Sprache als gesellschaftliche Erkenntnisform. Eine Untersuchung über das Wesen der Sprache als Einleitung zu einer Theorie des Sprachwandels. Kassel, ca. 192 S., in Vorbereitung, ISBN: 3-929633-78-7, 29,80 Euro [2005]
3.7) Gurimu Kyodai. Beiträge zum Ersten Deutsch-Japanischen Brüder Grimm-Symposion in Steinau an der Straße vom 16. bis 19. September 1999. Herausgegeben von Bernhard Lauer, ca. 320 S., in Vorbereitung 49,80 €, ISBN:
3.8.) Das Brüder Grimm-Museum Kassel im internationalen Spiegel von Presse, Rundfunk und Fernsehen. Zus.gestellt von Bernhard Lauer. Kassel: Brüder Grimm-Gesellschaft, 1994 (im Druck).
3.9.) Wie Dornröschen einst nach Kassel kam. Märchen, Politik und Kunst. Die Geschichte der Familie Hassenpflug zwischen Frankreich und Deutschland (Begleitheft i.V.)


4. Ankündigungen von Werken
4.1) Rotraut Fischer und Bernhard Lauer: Itinerar für die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm [1992]
4.2) Edition dieser Tage- und Besucherbücher (von Wilhelm Grimm) seit 1990 [1992]
4.3) Reihe Facsimilia Grimmiana. Hrsg. von Bernhard Lauer [1996]
4.4) Briefwechsel zwischen den Brüdern Grimm und Karl von Richthofen. [2005]
4.5) Briefwechsel zwischen den Brüdern Grimm und Paul Johannes Merkel [2005]

5. Werke von Dr. Lauer, die angeblich im Ausland von anderen Autoren längst publiziert wurden, die jedoch niemand außer Dr. Lauer nachweisen kann
5.1) Bernhard Lauer u. Bärbel Plötner: Jacob Grimm und die Academie Celtique (in Vorbereitung). [1991]
(Präzisiert durch B. Plötner:) Bernhard Lauer, Bärbel Plötner: Jacob Grimm und die Keltische Akademie. Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, t. 3, 1993, en préparation.

6. Ankündigungen von Datenbanken
6.1) Arbeitsregister aller mit den Brüdern Grimm in Kontakt stehenden bzw. von ihnen erwähnten Zeitgenossen in Form eines Zettelkataloges [1992]
6.2) wissenschaftliche Dokumentation der internationalen KHM-Übersetzungen [1992]
6.3) Grimm-spezifische Datenbank - im Rahmen der laufenden internationalen Brüder Grimm-Bibliographie - zwischen 1971 und 1985 [1992]
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"Edition Grimm" - Neuzugang für ELFE?

Beitragvon Bonoboche » Montag, 31. Juli 2006, 11:45

Auf den Internetseiten der Stadt Kassel heißt es,
http://www.stadt-kassel.de/probuerger/public/produkt_detail.cfm?Produkt_ID=272

Als Jahresgabe der Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. an ihre Mitglieder dient das mit interessanten Abbildungen ausgestattete Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, das einmal im Jahr kostenfrei an alle Mitglieder versandt wird.
Weiterhin erscheinen im Rahmen der Gesellschaft die Schriften der Brüder Grimm-Gesellschaft, die Quellen zur Brüder Grimm-Forschung sowie verschiedene Einzelpublikationen. Ferner gibt die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. die Edition Grimm heraus, in der besonders herausragende Dokumente und Kunstwerke in hochwertigen Faksimile-Drucken erstellt werden.


Frage an die Stadt Kassel bzw. die Brüder Grimm-Gesellschaft: Ist die Reihe "Edition Grimm" identisch mit ELFE, Titel Nr. 4.3, Facsimilia Grimmiana?
Sie schreiben, daß die Brüder Grimm-Gesellschaft die "Edition Grimm" herausgibt. Welche Bände sind schon erschienen?

Das Jahrbuch der Grimm-Gesellschaft erhalten die Mitglieder ja übrigens zur Zeit nicht nur einmal, sondern mehrmals im Jahr. Löblich, weiter so!
Hübsch formuliert auch: "das mit interessanten Abbildungen ausgestattete Jahrbuch", "Edition Grimm ..., in der besonders herausragende Dokumente und Kunstwerke in hochwertigen Faksimile-Drucken erstellt werden"! Kompliment!
Zuletzt geändert von Bonoboche am Montag, 31. Juli 2006, 15:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Heinz Trautmann » Montag, 31. Juli 2006, 12:42

Nicht nur Faksimiles - auch das Digitalisierungsprojekt bindet in Kassel alle Kräfte. Weiß jemand, inwieweit seit letztem Jahr Fortschritte erzielt wurden?

HNA, 22. Juni 2005

„Eine Weltsensation“ Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm wurden ins Weltdokumentenerbe aufgenommen Als die kostbaren Bände gestern im Kasseler Brüder-Grimm-Museum vorgezeigt wurden, hatte sich Bernhard Lauer, der Leiter des Museums, weiße Handschuhe übergestreift. Künftig befinden sich die Handexemplare der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm dann im Tresor. Denn die 14 zwischen 1812 und 1857 in mehreren Ausgaben erschienenen Märchenbände sind in ihrem sowieso unschätzbaren Wert noch gestiegen, jetzt, wo sie zum Weltdokumentenerbe der Unesco gehören. Auf seiner Tagung in Lijang (China) hatte die zuständige Unesco-Kommission die mit handschriftlichen Kommentaren der Grimms versehenen Bände in das Programm "Memory of the World - Gedächtnis der Welt" aufgenommen - zusammen mit 28 weiteren Neueintragungen aus 24 Ländern. Für Bernhard Lauer ist das eine "Weltsensation" - aber auch eine angemessene Würdigung für die weltweit bekannteste Märchensammlung, deren kulturgeschichtliche Bedeutung mit der Lutherbibel gleichzusetzen ist. Jacob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm haben mit ihren Kinder- und Hausmärchen aber nicht nur die bedeutendste Sammlung deutscher und europäischer Märchen vorgelegt, mit Märchen wie "Rotkäppchen" oder "Dornröschen". Sie haben den Märchen auch ihre gültige literarische Form gegeben, wie Lauer betont. Das Weltdokumentenerbe "Memory of the World" verpflichtet die Herkunftsländer, für die Erhaltung und Verfügbarkeit der dokumentarischen Schätze zu sorgen. Für die Kinder- und Hausmärchen bedeutet dies, dass sie nun in digitalisierter Form veröffentlicht werden müssen, entweder als CD-ROM oder im Internet. Wie genau dies geschehen soll, konnte Lauer gestern noch nicht sagen. Es gehe dabei auch um Urheberrechte - bei einer Veröffentlichung müsse daher ein "digitales Wasserzeichen" eingebaut werden. Der wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit sollen die Kinder und Hausmärchen im Rahmen der kritischen Kasseler Ausgabe zugänglich gemacht werden. Lauer wünscht sich nun, dass die Aufnahme ins Unesco-Programm den Grimm-Standort Kassel weiter stärkt.
Von Werner Fritsch
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Märchen-Handexemplare / Digitalisierung

Beitragvon Bonoboche » Montag, 31. Juli 2006, 14:03

Zur Frage der Digitalisierung informierte der Vorstand die Mitglieder der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. in einem Rundschreiben, Kassel, 30. Juni 2006:

Nachdem die als Weltdokumentenerbe der Unesco anerkannten Kasseler Handexemplare der "Kinder- und Hausmärchen" beim Stiftertag auf Schloß Biebrich bei Wiesbaden im November 2005 vorgestellt wurden, hat der Hessische Ministerpräsident einen namhaften Betrag für die weitere Erschließung und Digitalisierung der Handexemplare zur Verfügung gestellt; mit den entsprechenden Arbeiten wird in diesen Tagen begonnen.

Demnach werden die Exemplare uns allen vermutlich bald digital zugänglich sein, was erfreulich wäre. Die Originale sollten allerdings dringend dem Eigentümer, der Kasseler Bibliothek, zurückgegeben werden. Siehe dazu die im HNA-Forum seit dem 24. 7. zusammengetragenen Dokumente, http://forum.hna.de/forum/viewtopic.php?pid=19368#p19368 ff.

Für Ihren Hinweis vielen Dank, Herr Trautmann. Ich erinnere aber an die Frage wegen der "Edition Grimm": welche Bände sind erschienen, ist die Reihe identisch mit ELFE, Titel Nr. 4.3? Dazu sollte sich der Vorstand der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. äußern!
Bonoboche
 
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Re: "Edition Grimm" - Neuzugang für ELFE?

Beitragvon Bonoboche » Montag, 21. August 2006, 14:58

Bonobo hat geschrieben:Auf den Internetseiten der Stadt Kassel heißt es,
http://www.stadt-kassel.de/probuerger/public/produkt_detail.cfm?Produkt_ID=272
Als Jahresgabe der Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. an ihre Mitglieder dient das mit interessanten Abbildungen ausgestattete Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, das einmal im Jahr kostenfrei an alle Mitglieder versandt wird.
Weiterhin erscheinen im Rahmen der Gesellschaft die Schriften der Brüder Grimm-Gesellschaft, die Quellen zur Brüder Grimm-Forschung sowie verschiedene Einzelpublikationen. Ferner gibt die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. die Edition Grimm heraus, in der besonders herausragende Dokumente und Kunstwerke in hochwertigen Faksimile-Drucken erstellt werden.

Frage an die Stadt Kassel bzw. die Brüder Grimm-Gesellschaft: Ist die Reihe "Edition Grimm" identisch mit ELFE, Titel Nr. 4.3, Facsimilia Grimmiana?
Sie schreiben, daß die Brüder Grimm-Gesellschaft die "Edition Grimm" herausgibt. Welche Bände sind schon erschienen?

Auf die obige Fragen komme ich zurück und stelle die These auf, daß die Publikationsreihe "Edition Grimm" definitiv ein Fall für die ELFE ist. Denn es handelt sich nicht etwa um ein Mißverständnis aus der Internetredaktion des Kasseler Rathauses, sondern die Seiten der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. selbst machen - mit denselben Worten - für die angebliche Publikationsreihe Reklame (Snapshot von heute aus http://www.grimms.de/contenido/cms/front_content.php?idcat=19):
Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. hat geschrieben:Bild

Der Text ist ein Zeichen dafür, daß sich trotz aller vollmundigen Versicherungen Klaus Dieter Staubachs am aufgeblasenen Auftreten der Brüder Grimm-Gesellschaft e. V. nichts geändert hat. Die hier als existierend und von der Gesellschaft betreut vorgestellte Publikationsreihe "Edition Grimm" existiert offenbar nicht! Das zeigen sowohl Recherchen im Internet, etwa "Edition Grimm" (in Anführungszeichen, um gesamte Wortgruppe zu suchen) bei Google eingeben, als auch die Tatsache, daß auf meinen am 31. Juli hier und im HNA-Forum eingestellten Beitrag sich niemand gefunden hat, der von dieser "Edition Grimm" je etwas gesehen hat. Mehr noch: Im Kunstbereich scheint solch eine Edition zu existieren (die aber in keiner Weise mit der Grimm-Gesellschaft zusammenhängt), nicht einmal der Titel wäre also frei. Schauen Sie bei Google!
Mein Fazit: Die "Edition Grimm" ist ein klarer Fall für die ELFE.
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Zur Edition Grimm

Beitragvon Alan Kirkness » Montag, 21. August 2006, 22:03

Aus der Reihe der BGG-Veröffentlichungen ist mir folgender Faksimiledruck bekannt:
Jacob und Wilhelm Grimm über ihre Entlassung.
Faksimile des Druckmanuskripts ihrer Rechtfertigungsschrift von 1838 aus dem Nachlaß Grimm der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin.
Mit einem Nachwort herausgegeben von Dieter Hennig.
Johannes Stauda Verlag Kassel 1984. 63 + 17 S.
= Schriften der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel e.V. Nr. 1.
Mein Exemplar ist eine "Sonderausgabe für die Hessische Landesregierung (Nicht über den Buchhandel zu beziehen)".
Als Beilage wird der Text der Erstausgabe von 1838, "Jacob Grimm über seine Entlassung", abgedruckt.
Von Veröffentlichungen in einer "Edition Grimm" der BGG ist mir nichts bekannt. Also durchaus, wie es scheint, ein Fall für ELFE.
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Beitragvon P. Schmitz » Freitag, 8. September 2006, 0:04

Auf der Internetseite des Brüder-Grimm-Museums bzw. der Grimm-Gesellschaft
http://www.grimms.de/contenido/cms/front_content.php?idcat=19 (Stand: September 2006) findet sich folgender Eintrag:

„Weiterhin erscheinen im Rahmen der Gesellschaft die Schriften der Brüder Grimm-Gesellschaft, die Quellen zur Brüder Grimm-Forschung sowie verschiedene Einzelpublikationen. Ferner gibt die Brüder Grimm-Gesellschaft e.V. die Edition Grimm heraus, in der besonders herausragende Dokumente und Kunstwerke in hochwertigen Faksimile-Drucken erstellt werden.“

Somit muss die ELFE ein Update bekommen:


ELFE 5.0 (08.09.06)

1. existierende Werke
1.1) Die Brüder Grimm. Leben und Wirken. Zusammengestellt und kommentiert von Bernhard Lauer. Kassel 2005. 64 S., mit zahlr. [65] Abb., ISBN: 3-929633-37-X

2. erschienen gemeldete, aber nicht existierende Werke
2.1) Bernhard Lauer: Das Palais Bellevue in Kassel. Kassel 2003.
2.2) Bernhard Lauer: Die Bedeutung der Brüder Grimm gestern und heute. Kassel 2003.

3. in Vorbereitung/im Druck befindliche Werke mit genauen Buchangaben
3.1) Gerhard von Reutern (1794-1865). Ein Lebensbild, dargestellt von seinen Kindern. Mit einem bio-bibliographischen Anhang. Neu herausgegeben und eingeleitet von Bernhard Lauer. Kassel 1994 (in Vorbereitung), ca. 180 S., mit zahlr. Abb., 49,80 DM, ISBN: 3-929633-20-7 [2005: ca. 192 S., Währungsumstellung auf 29,80 €]
3.2) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Briefwechsel der Brüder Grimm mit Joh. Heinrich Bang (einschl. der Briefwechsels von Friedrich von Savingy mit J.H.C. Bang). Kassel 2001, 400 S., zahlr. Ill., ISBN: 3-929633-65-3
3.3) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Politische und zeitgeschichtliche Schriften. Kassel 2002, 400 S., ISBN: 3-929633-69-8
3.4) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Sprachtheoretische und grammatische Schriften. Kassel 2002, 800 S., zahl. Ill., ISBN: 3-929633-70-1
3.5) Jacob und Wilhelm Grimm. Werke und Briefwechsel: Autobiographische Schriften und Fragmente. Kassel 2003, 400 S., zahl. Ill., ISBN: 3-929633-68-X [mehrfach angekündigt seit 1990 bis 2005]
3.6) Sprache als gesellschaftliche Erkenntnisform. Eine Untersuchung über das Wesen der Sprache als Einleitung zu einer Theorie des Sprachwandels. Kassel, ca. 192 S., in Vorbereitung, ISBN: 3-929633-78-7, 29,80 Euro [2005]
3.7) Gurimu Kyodai. Beiträge zum Ersten Deutsch-Japanischen Brüder Grimm-Symposion in Steinau an der Straße vom 16. bis 19. September 1999. Herausgegeben von Bernhard Lauer, ca. 320 S., in Vorbereitung 49,80 €, ISBN:
3.8.) Das Brüder Grimm-Museum Kassel im internationalen Spiegel von Presse, Rundfunk und Fernsehen. Zus.gestellt von Bernhard Lauer. Kassel: Brüder Grimm-Gesellschaft, 1994 (im Druck).
3.9.) Wie Dornröschen einst nach Kassel kam. Märchen, Politik und Kunst. Die Geschichte der Familie Hassenpflug zwischen Frankreich und Deutschland (Begleitheft i.V.)


4. Ankündigungen von Werken
4.1) Rotraut Fischer und Bernhard Lauer: Itinerar für die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm [1992]
4.2) Edition dieser Tage- und Besucherbücher (von Wilhelm Grimm) seit 1990 [1992]
4.3) Reihe Facsimilia Grimmiana. Hrsg. von Bernhard Lauer [1996]
4.4) Briefwechsel zwischen den Brüdern Grimm und Karl von Richthofen. [2005]
4.5) Briefwechsel zwischen den Brüdern Grimm und Paul Johannes Merkel [2005]
4.6. Edition Grimm [hochwertige Faksimiledrucks herausragender Dokumente und Kunstwerke] [2006]

5. Werke von Dr. Lauer, die angeblich im Ausland von anderen Autoren längst publiziert wurden, die jedoch niemand außer Dr. Lauer nachweisen kann
5.1) Bernhard Lauer u. Bärbel Plötner: Jacob Grimm und die Academie Celtique (in Vorbereitung). [1991]
(Präzisiert durch B. Plötner:) Bernhard Lauer, Bärbel Plötner: Jacob Grimm und die Keltische Akademie. Jahrbuch der Brüder Grimm-Gesellschaft, t. 3, 1993, en préparation.

6. Ankündigungen von Datenbanken
6.1) Arbeitsregister aller mit den Brüdern Grimm in Kontakt stehenden bzw. von ihnen erwähnten Zeitgenossen in Form eines Zettelkataloges [1992]
6.2) wissenschaftliche Dokumentation der internationalen KHM-Übersetzungen [1992]
6.3) Grimm-spezifische Datenbank - im Rahmen der laufenden internationalen Brüder Grimm-Bibliographie - zwischen 1971 und 1985 [1992]
P. Schmitz
 
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